Sonvilier stimmt zum zweiten Mal über den Windpark ab.
Sonvilier, eine kleine Gemeinde im Berner Jura, steht erneut vor einer wichtigen Entscheidung. Am 22. September sollen die Stimmberechtigten über den geplanten Windpark „Quatre Bornes“ abstimmen, nachdem das Projekt im Jahr 2020 nur knapp gescheitert war. Mit nur vier Stimmen Unterschied hatten die Bewohner damals gegen den Windpark gestimmt. Ein Bürgerkomitee setzte sich daraufhin für eine erneute Abstimmung ein, was jedoch auf Widerstand stieß. Kritiker sahen die politischen Rechte des Landes beeinträchtigt, da missliebige Entscheidungen nicht einfach wiederholt werden sollten.
Trotz dieser kontroversen Diskussionen wiesen Bundesgericht im Mai 2024 die Beschwerden gegen das Projekt zurück. Es stellte klar, dass es nur die Zulässigkeit der Beschwerde prüfen könne und nicht die inhaltlichen Aspekte des Projektes. Mit der Ablehnung der Beschwerde wurde also der Weg für eine zweite Abstimmung freigemacht. Der Windpark „Quatre Bornes“ ist als gemeinsames Projekt der Kantone Bern und Neuenburg geplant, mit sechs Windturbinen auf der Berner Seite und drei auf der Neuenburger Seite.
Im Kanton Neuenburg gibt es jedoch Einsprüche gegen das Projekt, die noch ausstehend sind. Gegner des Windparks argumentieren, dass die Gemeinde Sonvilier finanziell profitieren würde, aber auf Kosten der Landschaft und der Tierwelt. Die Idee für den Windpark entstand bereits im Jahr 2006 durch einheimische Bauern, die auch den Energiekonzern Groupe E mit ins Boot holten. Die Investitionskosten werden auf etwa 90 Millionen Franken geschätzt, wobei auch regionale Investoren wie die Stromversorgerin „La Goule“, eine Tochtergesellschaft der BKW, beteiligt sind.
Der Verein „Sauvez l’Echelette“ kritisiert das Projekt als rein auf finanzielle Interessen ausgerichtet. Sie argumentieren, dass die Region nicht vom Windpark profitieren würde und die Landschaft sowie die Ruhe der Tiere beeinträchtigt werden. Die Chasseralregion ist bekannt für ihre idyllischen Weiden und Hügel, die von vielen Menschen als Erholungsgebiet geschätzt werden. Hinzu kommt, dass die Bevölkerung bereits 2020 gegen das Projekt gestimmt hat, was die Gegner als ein deutliches Zeichen werten.
Trotz aller Widerstände und Kontroversen scheint die Entscheidung über den Windpark „Quatre Bornes“ für Sonvilier von großer Bedeutung zu sein. Die zweite Abstimmung am 22. September wird zeigen, ob die Meinungen der Bewohner sich seit 2020 geändert haben und ob das Projekt trotz aller Kritik und Einsprüche realisiert werden kann. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Zukunft des Windparks entwickeln wird und welchen Einfluss er auf die Landschaft und die Bevölkerung haben wird.





