Journalisten der Westschweizer Tamedia protestieren gegen Abbaupläne
Am Donnerstagmorgen legten die Belegschaften der Tamedia-Titel in Genf und Lausanne für eine Stunde die Arbeit nieder und protestierten vor ihren Büros. Rund 100 Personen versammelten sich vor den Büros der «Tribune de Genève» und «24 heures», darunter Journalistinnen und Journalisten, Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter sowie Politikerinnen und Politiker. Der Protest folgte auf die Ankündigung eines Abbauplans seitens des grössten Verlegers der Schweiz, der die Streichung von 90 Stellen in den Redaktionen sowie 200 Stellen bei den Druckereien in Bussigny VD und Zürich vorsieht.
Die Westschweizer Titel wie die «Tribune de Genève», «24 heures» oder «Le Matin Dimanche» könnten besonders stark von den geplanten Massnahmen betroffen sein, wobei jede vierte oder sogar jede dritte Stelle wegfallen könnte. Für die Belegschaft bedeutet dieser massive Umstrukturierungsplan den langsamen Tod für die «Tribune de Genève», die bereits in den letzten zehn Jahren ein Drittel ihrer Belegschaft verloren hat. Auch für «24 heures» wird der Plan als schlichte und einfache Zerstörung der Redaktionen angesehen.
Die Belegschaft hat Fragen an die Geschäftsleitung von Tamedia gerichtet, um die genauen Pläne der Gruppe zu erfahren und zu erfahren, wie viele Personen entlassen werden sollen. Bisher sind diese Fragen unbeantwortet geblieben, doch Details der Umstrukturierung sollen schrittweise in den nächsten Wochen bekannt gegeben werden. Insgesamt sorgt der Abbauplan von Tamedia für Unmut und Protest bei den Mitarbeitenden, die um ihre Arbeitsplätze und die Zukunft ihrer Zeitungen besorgt sind.
Die Protestaktion in Genf und Lausanne zeigt die Ernsthaftigkeit der Lage für die Belegschaft der Tamedia-Titel in der Westschweiz. Die Umstrukturierungen und Entlassungen drohen die Redaktionen zu schwächen und die journalistische Vielfalt in der Region zu gefährden. Die Belegschaft, Gewerkschaften und Politiker setzen sich gemeinsam für den Erhalt der Stellen und eine nachhaltige Zukunft der Westschweizer Zeitungen ein, um den langsamen Tod der lokalen Publikationen zu verhindern. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation in den kommenden Wochen entwickeln wird und welche Massnahmen ergriffen werden, um die drohenden Entlassungen abzuwenden und die Titel der Tamedia-Gruppe zu schützen.





