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Revolution in der Telearbeit: Flexibilität im Fokus

Die Kommission für Wirtschaft und Abgaben (WAK-N) des Nationalrats plant, die Bedingungen für Telearbeit zu lockern. Mit 18 zu 7 Stimmen hat die WAK-N einen Entwurf für die Vernehmlassung angenommen, der eine parlamentarische Initiative von Ständerat Thierry Burkart (FDP/AG) umsetzt. Die Vorlage, bereits 2016 eingereicht, soll die Telearbeit generell regeln und nicht nur den Bereich des Homeoffice betreffen. Während die Mehrheit der Kommission eine Flexibilisierung des Arbeitsrechts für notwendig erachtet, warnt eine Minderheit vor möglichen negativen Auswirkungen auf die Arbeitsbedingungen und den Gesundheitsschutz.

Die Gewerkschaft Syndicom kritisierte den Entwurf scharf und warnte vor einer erhöhten Arbeitsbelastung und einer Aushöhlung der Schutzmechanismen. Mögliche Gegenmassnahmen, wie ein Referendum, werden geprüft. Trotz der Kritik sieht die Kommission in dem Entwurf Vorteile für Arbeitnehmer, da sie ihre Arbeitszeiten individuell gestalten können. Dies würde die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie die Kinderbetreuung erleichtern. Die Kommission hat auch Bedenken hinsichtlich des Gesundheitsschutzes berücksichtigt, indem sie das Recht, nicht erreichbar zu sein, in den Entwurf aufgenommen hat und Änderungen des Obligationenrechts vorschlägt.

Der Entwurf sieht unter anderem vor, dass die tägliche Arbeitszeit von 14 auf 17 Stunden ausgedehnt und die Mindestruhezeit von 11 auf 9 Stunden verkürzt wird, wenn eine Ad-hoc-Vereinbarung abgeschlossen wird. Zudem soll gelegentliche Sonntagsarbeit zugelassen werden, die der Arbeitnehmer oder die Arbeitnehmerin aus eigener Initiative leistet. Diese Bestimmung wurde von einer Minderheit der Kommission abgelehnt. Die Kommission ist davon überzeugt, dass die geplanten Anpassungen eine grössere Zahl von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern miteinbeziehen und so die Möglichkeit bieten, Arbeitszeiten flexibler zu gestalten.

Die Diskussion um den Entwurf zur Flexibilisierung der Telearbeit zeigt, dass trotz der potenziellen Vorteile auch Kritikpunkte und Bedenken bestehen. Die Debatte zwischen Befürwortern und Gegnern des Entwurfs dreht sich vor allem um die Auswirkungen auf die Arbeitsbedingungen, den Gesundheitsschutz und die Belastung der Arbeitnehmer. Die Gewerkschaft Syndicom warnt vor einer Verschlechterung der Arbeitsbedingungen, während die Kommission die Vorteile für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf hervorhebt. Es bleibt abzuwarten, wie die Vernehmlassung auf den Entwurf reagieren wird und ob mögliche Gegenmassnahmen wie ein Referendum eingeleitet werden. Insgesamt ist die Debatte um die Lockerung der Bedingungen für Telearbeit ein sensibles Thema, das verschiedene Interessen und Perspektiven berücksichtigt.

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