Mitarbeiter dürfen nicht mehr nachsichtig bei Mahnungen sein
Kürzlich hat Sunrise eine neue Regelung eingeführt, nach der Mitarbeiter keine Mahnungen mehr stornieren dürfen, wenn Kunden versuchen, die Gebühren zu umgehen. Dies wurde notwendig, da Kunden die bisherige Kulanzregelung ausgenutzt haben. Die Regelung gilt bereits seit einem Jahr und wurde aufgrund des Missbrauchs und des Ressourcenaufwands eingeführt. Bei offizieller Nachfrage betonte das Unternehmen jedoch, dass Mahngebühren nur dann erlassen werden, wenn ein Fehler seitens Sunrise vorliegt.
Die Mitarbeiter im Kundencenter von Sunrise berichten davon, dass Kunden nicht mehr darauf hoffen können, ihre Mahngebühren durch ein freundliches Gespräch zu umgehen. Die neue Regelung besagt, dass diese nur noch in absoluten Ausnahmefällen storniert werden können, nach einer sorgfältigen Prüfung und in begrenztem Umfang. Die Kulanzpraxis, Mahngebühren zu erlassen, war nie eine gängige Praxis bei Sunrise und wurde nur selten angewendet. Die neuen Regelungen gelten seit Oktober 2023 und sollen sicherstellen, dass die Buchhaltung und das Mahnwesen effizienter ablaufen.
Ähnlich wie bei Sunrise setzt auch der Handyabo-Anbieter Salt auf klare und transparente Abläufe bei Rechnungen und Mahnungen. Erinnerungs-SMS werden verschickt, und nur in besonderen Fällen werden Lösungen zur Gebührenstornierung gesucht. Bei Swisscom gibt es etwas mehr Spielraum, da Mitarbeiter bei verpassten Rechnungsfristen aus Kulanz die Gebühren erlassen können, abhängig von der Einzelfallprüfung und der Häufigkeit des Vorkommens. Die Branchenvergleiche zeigen, dass Sunrise großzügige Fristen für die Rechnungszahlung anbietet und die Mahngebühr erst nach einer Vorwarnung in Rechnung stellt.
Die neue Regelung bei Sunrise soll sicherstellen, dass Mahngebühren nicht mehr leichtfertig storniert werden und nur in absoluten Ausnahmefällen erlassen werden. Das Unternehmen betont, dass dies nur in begrenztem Umfang und nach sorgfältiger Prüfung geschieht. Swisscom hingegen bietet etwas mehr Spielraum in Bezug auf die Gebührenstornierung, während Salt auf klare und transparente Abläufe setzt. Die neuen Regelungen sollen sicherstellen, dass die Buchhaltung und Mahnungsverfahren effizienter gestaltet werden und Missbrauch vermieden wird.
In der Welt des Fußballs gilt seit der letzten Europameisterschaft die „Captain-only“-Regel, wonach nur der Kapitän einer Mannschaft mit dem Schiedsrichter interagieren darf. Diese Regel gilt mittlerweile sogar auf Amateur-Niveau und zeigt, dass auch im Sport Null-Toleranz-Regeln für Reklamationen gelten. Ähnlich streng geht es auch bei Sunrise zu, wo Kunden nicht mehr mit einem Anruf beim Kundencenter hoffen können, ihre Mahngebühren zu umgehen. Die neue Regelung soll sicherstellen, dass Missbrauch vermieden wird und die Geschäftsabläufe effizienter sind.