Rechtsprechungseröffnung im 1MDB-Fall gegen den Direktor von Petrosaudi

Am nächsten Mittwoch wird das Bundesstrafgericht in Bellinzona das Urteil gegen den Direktor des Unternehmens Petrosaudi eröffnen, der beschuldigt wird, zusammen mit seiner rechten Hand rund 1,8 Milliarden US-Dollar aus dem malaysischen Staatsfonds 1MDB abgezweigt zu haben. Die Bundesanwaltschaft hat Anklage wegen Betrugs, ungetreuer Geschäftsbesorgung und qualifizierter Geldwäscherei erhoben und fordert Freiheitsstrafen von zehn bzw. neun Jahren für die Angeklagten. Während der dreiwöchigen Hauptverhandlung wurden verschiedene Tricks und Täuschungsmanöver angeführt, mit denen die Führungskräfte von 1MDB getäuscht worden sein sollen.
Die Staatsanwältin der Bundesanwaltschaft behauptet, dass die Angeklagten falsche Eindrücke erweckt und manipulative Finanzkonstruktionen genutzt haben, um Geld von 1MDB abzuzweigen. Die Verteidigung argumentiert hingegen, dass die Finanzgeschäfte von Petrosaudi seriös waren und die Ölrechte des Unternehmens tatsächlich existierten. Die Verteidigung betont auch die engen Beziehungen des Direktors zu Mitgliedern der königlichen Familie von Saudi-Arabien und argumentiert, dass die Verwendung des Namens Petrosaudi nur mit Zustimmung des Staates möglich war.
Insgesamt wurden in der 1MDB-Affäre 4,5 Milliarden US-Dollar abgezweigt, wovon 1,8 Milliarden von den Angeklagten stammen sollen. Die gesamte Operation wurde vom ehemaligen malaysischen Premierminister Najib Razak und seinem Berater Jho Low orchestriert. Razak wurde 2020 in Malaysia zu zwölf Jahren Freiheitsstrafe verurteilt, die später reduziert wurde. Die Verteidigung betonte die Risiken, denen der Petrosaudi-Direktor und seine Familie bei unangenehmen Enthüllungen über das Königreich ausgesetzt sein könnten und forderte wiederholt den Ausschluss der Presse und der Öffentlichkeit von der Verhandlung.
Die Anwälte versuchten, die Verbindungen des Direktors zur königlichen Familie von Saudi-Arabien zu betonen und zitierten Prinz Turki, der Vorsitzender des Verwaltungsrats des Unternehmens war. Sie verteidigten die Seriosität der Finanzgeschäfte von Petrosaudi und betonten, dass mögliche Fehler auf Seiten des malaysischen Staatsfonds begangen wurden. Die Hauptverhandlung im April zeigte zwei entgegengesetzte Darstellungen der Geschehnisse im Zusammenhang mit dem Abzweigen von Geldern aus 1MDB auf und endete mit den Plädoyers der Anklage und der Verteidigung.