Ausland

Gericht in Bremgarten befragt Eltern und Großmutter des verstorbenen Kindes

Im Bezirksgericht Bremgarten AG hat am Montag der Prozess wegen der Tötung eines dreijährigen Mädchens mit schweren Behinderungen begonnen. Die Eltern und die Grossmutter des Kindes stehen vor Gericht, angeklagt des Mordes an ihrer Tochter. Die Staatsanwaltschaft wirft den Eltern vor, skrupellos und egoistisch gehandelt zu haben, weil das Kind ihnen lästig geworden sei. Die Grossmutter wird der Gehilfenschaft zum Mord beschuldigt. Die Anklägerin fordert je 15 Jahre Landesverweis für alle drei Beschuldigten.

Das Mädchen litt an schweren zerebralen Schäden, die durch eine Viruserkrankung der Mutter in der Schwangerschaft verursacht wurden. Die Eltern hatten früh Entwicklungsverzögerungen bemerkt und sahen ihr Kind zunehmend leiden. Trotz aller Bemühungen von Ärzten und Therapeuten konnten sie der Tochter nicht helfen. Sie entschieden sich, das Kind zu erlösen, damit es ohne Schmerzen einschlafen konnte. Im Herbst 2019 gaben sie der Kleinen eine Überdosis Schlafmittel, was die Anklage als Mordversuch wertet.

Die Mutter und der Vater beteuern vor Gericht, dass sie ihre Tochter geliebt und ihr nur helfen wollten. Sie sahen keine andere Möglichkeit, um das Leiden ihres Kindes zu beenden. Die Grossmutter gab zu, von den Plänen ihrer Tochter und deren Partner gewusst zu haben, fühlte sich jedoch machtlos, etwas zu unternehmen. Am Abend des 6. Mai 2020 gab die Mutter dem Kind einen Schoppen mit Ecstasy und einem Schlafmittel, bevor der Vater dem Mädchen die Atemwege blockierte, bis es tot war.

Die Eltern erklärten, dass es für sie das Beste für ihre Tochter, aber auch das Schlimmste für sie selbst gewesen sei. Sie bereuen ihre Tat nicht und würden es wieder tun. Die Mutter konnte sich nicht vorstellen, das Kind in eine Institution zu geben, da sie und das Mädchen immer zusammen waren. Eine Trennung kam für sie nicht infrage. Die Grossmutter fühlte sich hilflos angesichts der Pläne ihrer Tochter und deren Partner und wusste nicht, wie sie reagieren sollte.

Der Prozess wird fortgesetzt, mit den Plädoyers der Staatsanwältin und der Verteidiger. Das Urteil wird voraussichtlich am Freitag verkündet. Die Angeklagten stehen vor schwerwiegenden Anschuldigungen, die auf eine brutale Tat hinweisen. Trotz ihrer Beteuerungen, aus Liebe gehandelt zu haben, müssen sie sich nun vor Gericht verantworten und mit entsprechenden Konsequenzen rechnen.

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