Nationalrat will Klarheit über die Effektivität von CO₂-Zertifikaten
Der Bundesrat hat zugestimmt, die Wirksamkeit von CO₂-Kompensationsprojekten im Ausland zu überprüfen, um sicherzustellen, dass die Zertifikate tatsächlich die versprochene Reduktion von CO₂-Emissionen bewirken. Ein Postulat von Bastien Girod, das mit großer Mehrheit vom Nationalrat angenommen wurde, fordert eine unabhhängige Untersuchung, um festzustellen, wie effektiv Schweizer Kompensationsprojekte tatsächlich sind.
In Studien wurde festgestellt, dass die tatsächliche Reduktion bei CO₂-Kompensationen im Ausland oft geringer ist als die Anzahl der ausgestellten Zertifikate. Es besteht die Sorge, dass einige Partnerländer ihre Klimaziele lediglich verbessern, um der Schweiz mehr Zertifikate verkaufen zu können, ohne tatsächlich entscheidende Maßnahmen zur Reduktion von CO₂-Emissionen zu ergreifen.
Einige Kritiker bezeichnen das System der CO₂-Kompensation als „Ablasshandel für das gute Gewissen“ und betonen, dass der Kauf von Zertifikaten allein nicht ausreicht, um zur Lösung des Klimaproblems beizutragen. Es wird behauptet, dass nur ein kleiner Teil der CO₂-Emissionen durch menschliches Verhalten verursacht wird und dass wirkliche Maßnahmen zur Reduktion erforderlich sind.
Umweltminister Albert Rösti hat sich dazu bereit erklärt, einen Bericht zu verfassen, um sicherzustellen, dass bei der Kompensation im Ausland die Reduktion von CO₂-Emissionen nicht doppelt angerechnet wird, weder in der Schweiz noch im Partnerland. Die Schweiz hat das Pariser Abkommen unterzeichnet und ist verpflichtet, zur CO₂-Reduktion beizutragen, aber es ist wichtig, sicherzustellen, dass die Maßnahmen tatsächlich wirksam sind.
Der Bericht, den der Bundesrat erstellen wird, soll auch die Klimaziele der Partnerländer, die Zertifikate an die Schweiz verkaufen, analysieren, um festzustellen, ob sie ausreichende Maßnahmen ergreifen, um die globale Erwärmung auf deutlich unter 2 Grad zu begrenzen. Es wird erwartet, dass der Bericht Empfehlungen enthalten wird, um sicherzustellen, dass Schweizer Kompensationsprojekte tatsächlich die gewünschten Auswirkungen erzielen.





