Ehemaliger italienischer Kulturminister droht nach Rücktritt mit rechtlichen Schritten
Der italienische Kulturminister Gennaro Sangiuliano tritt nach einer Affäre mit einer Influencerin zurück und droht mit Klagen. In einem Interview mit der römischen Tageszeitung „Il Messaggero“ kündigte er an, Millionen an Entschädigungsgeldern einzufordern. Sangiuliano bestritt jegliches Fehlverhalten im Umgang mit öffentlichen Geldern und plant nun, zu seinem Beruf als Journalist für die öffentlich-rechtliche TV-Anstalt RAI zurückzukehren.
Die Affäre des 62-jährigen Ministers mit der gut 20 Jahre jüngeren Influencerin Maria Rosaria Boccia führte zu seinem Rücktritt. Boccia hatte öffentlich auf Instagram bekannt gegeben, dass sie als Beraterin für große Events ernannt wurde und Zugang zu vertraulichen Dokumenten hatte. Unter anderem behauptete sie, an einem G7-Kulturministertreffen in Pompeji teilnehmen zu dürfen, was das Kulturministerium jedoch dementierte.
Nachdem der Skandal öffentlich wurde, beschuldigte Boccia den Minister, sie bei Reisen begleitet zu haben, die vom Kulturministerium bezahlt wurden. Sangiuliano bestritt dies, gab jedoch eine Beziehung zu Boccia zu, die mittlerweile beendet sei. Er entschuldigte sich öffentlich bei seiner Ehefrau. Premierministerin Giorgia Meloni ernannte bereits einen Nachfolger für Sangiuliano, den Journalisten Alessandro Giuli.
Meloni verteidigte den ehemaligen Minister und beklagte eine massive Medienkampagne über sein Privatleben. Sie betonte, dass die Regierung nicht durch diese Vorwürfe geschwächt werde. Meloni äußerte sich bei einem Wirtschaftsforum am Comer See und wies darauf hin, dass sie weiterhin fest im Sattel sei. Der neue Kulturminister, Giuli, wurde bereits von Staatspräsident Sergio Mattarella vereidigt.
Insgesamt sorgte die Affäre des italienischen Kulturministers mit einer Influencerin für Aufsehen und führte zu seinem Rücktritt. Sangiuliano kündigte an, mit rechtlichen Schritten gegen die Vorwürfe vorzugehen und Entschädigung zu fordern. Die italienische Regierung steht weiterhin fest hinter ihrem neuen Minister Giuli und betont, dass die medialen Angriffe das Ansehen der Regierung nicht schwächen werden.





