Ausland

Bootseinwanderung nach Italien stark reduziert

Die Bootsmigration nach Italien ist in den vergangenen Monaten massiv zurückgegangen, wie aus einem Bericht der „Welt am Sonntag“ (Wams) hervorgeht. Die Zahl der Migranten, die auf dem Seeweg irregulär in die EU eingereist sind, sank um 30,6 Prozent auf insgesamt 91’974 Menschen. Dieser Rückgang wird hauptsächlich auf Abkommen zwischen der EU und nordafrikanischen Mittelmeerländern zurückgeführt. Besonders die zentrale Mittelmeerroute war von diesem Rückgang betroffen.

Im Jahr 2023 stieg die Zahl der Bootsmigranten nach Italien deutlich an und erreichte mit 158’000 den höchsten Stand seit 2016. Unter der Regierung der ultrarechten Ministerpräsidentin Giorgia Meloni wurde ein historischer Höchststand bei den in Italien gestellten Asylanträgen verzeichnet. In diesem Jahr ist die Gesamtzahl der irregulären Einreisen in die EU bis Ende Juli gesunken. Laut der EU-Grenzschutzagentur Frontex betrugen diese rund 113’000 Personen, während die Zahl der Asylanträge in der EU um drei Prozent auf etwa 555’000 zurückging.

Die EU warnt die Sicherheitsbehörden vor neuen Tricks, die Migranten anwenden, um illegal einzureisen. Ein vertraulicher Bericht zeigt einen auffälligen Anstieg der Asylanträge junger Mauretanier am Flughafen Madrid-Barajas. Diese reisen über Casablanca nach Südamerika und nutzen einen Zwischenstopp in Madrid, um ihre Pässe zu zerreißen und Asyl zu beantragen. Die EU setzt auf Abkommen mit Ländern des südlichen Mittelmeers, um die Migration zu kontrollieren. Italien hat kürzlich auch ein umstrittenes Abkommen mit Albanien unterzeichnet, was von Menschenrechtsorganisationen kritisiert wird.

Es ist für die EU wichtig, die Migrationsströme über das Mittelmeer zu kontrollieren und eine Zusammenarbeit mit nordafrikanischen Ländern zu pflegen. Der Rückgang der Bootsmigration nach Italien und in die EU insgesamt zeigt, dass Maßnahmen zur Bekämpfung von Schleppern und zur Stärkung der Grenzkontrollen Wirkung zeigen. Die Bedeutung von Abkommen mit anderen Ländern, wie etwa Tunesien, Ägypten und Albanien, ist daher entscheidend für die EU-Migrationspolitik. Dennoch müssen dabei auch die Menschenrechte und das Wohl der Migranten berücksichtigt werden.

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