Stadt Winterthur gibt nach Untersuchungen ein Gemälde an Polen zurück
Die Stadt Winterthur hat kürzlich ein im Zweiten Weltkrieg verschwundenes Gemälde von Anton Graff an Polen restituiert. Das Selbstbildnis des Malers, das im Rathaus hing, wurde 1986 von einem Basler Kunsthändler erworben. Nachdem sich das Ministerium für Kultur und Nationales Erbe der Republik Polen gemeldet hatte, wurde das Gemälde identifiziert und zurückgegeben. Das Bild war ursprünglich in Breslau ausgestellt, verschwand jedoch während des Krieges aus unbekannten Gründen. Winterthur entschied sich zur Restitution, um die Verbindung zu Breslau zu ehren, wo Graffs Kunst ebenfalls geschätzt wird.
Anton Graff war ein bedeutender klassizistischer Maler des späten 18. Jahrhunderts, der für seine Porträts von bürgerlichen Frauen und Männern sowie für seine Darstellungen von Dichtern und Denkern bekannt war. Die Stadt Winterthur würdigt ihn als den Schöpfer des bürgerlichen Porträts in Deutschland und als bevorzugten Porträtmaler der Aufklärung, Weimarer Klassik und Frühromantik. Neben dem restituierten Selbstbildnis besitzt die Stadt Winterthur weitere Werke von Graff und schätzt seine künstlerische Bedeutung.
Die Rückgabe des Gemäldes an Polen ist ein wichtiger Schritt in der Wiedergutmachung von während des Zweiten Weltkriegs verlorenen Kulturgütern. Durch die Restitution wird die Geschichte des verschollenen Kunstwerks aufgearbeitet und dessen Verlust anerkannt. Winterthur betont in ihrer Mitteilung die Bedeutung der Rückgabe für den kulturellen Austausch und die Wertschätzung der Kunst Anton Graffs sowohl in Winterthur als auch in Breslau.
Das Selbstbildnis im Alter von 72 Jahren wird nun wieder in Polen ausgestellt, wo es ursprünglich präsentiert wurde. Die Stadt Winterthur zeigt mit der Restitution des Gemäldes ihr Engagement für die Aufarbeitung der Geschichte und für die Anerkennung von verlorenen Kunstwerken. Die Verbindung zwischen Winterthur und Breslau wird durch diese Geste gestärkt, und die Kunst Anton Graffs erfährt eine weitere Würdigung durch die Rückgabe seines lange vermissten Werkes.
Diese Restitution zeigt die Bedeutung von kulturellem Austausch und Wiedergutmachung im Umgang mit verlorenen Kunstwerken aus Kriegszeiten. Winterthur setzt mit der Rückgabe des Gemäldes ein Zeichen für die Anerkennung der Geschichte und für die Wertschätzung von Kunst und Kultur. Die Stadt hofft, dass die Rückgabe des Selbstbildnisses von Anton Graff an Polen zu einer weiteren Sensibilisierung für den Schutz und die Erhaltung von Kulturgütern führen wird. In Zeiten des globalen kulturellen Austausches ist die Rückgabe von geraubter Kunst ein wichtiger Schritt, um vergangene Unrecht wieder gutzumachen und die Verbundenheit zwischen verschiedenen Ländern und Kulturen zu stärken.





