Welsche und Franzosen ‚erwarten‘ in Bern“ – „Les Tessinois et les Français ‚attendent‘ à Berne
Die Kommunikation kann beim Reisen für Frust sorgen, insbesondere wenn man die Sprache des Gastlandes nicht spricht. Während die meisten Touristen erwarten, dass die Hotel- und Restaurantmitarbeiter Englisch sprechen, gibt es auch Gäste, die in ihrer Muttersprache bedient werden möchten. Englischkenntnisse sind heutzutage beim Reisen unerlässlich, auch in der Schweizer Tourismusbranche. Ein kürzlicher Vorfall am Flughafen Zürich, bei dem zwei Touristinnen aufgrund fehlender Englischkenntnisse Probleme hatten, wirft Fragen auf: Wie sollte man sich sprachlich auf Reisen vorbereiten? Sollte man zumindest ein paar Wörter in der Landessprache beherrschen? Und was gilt für Touristen, die die Landessprache nicht sprechen?
In der Schweiz erwarten Touristen oft, dass die Mitarbeitenden Englisch können. Der Präsident des Berner Branchenverbands Gastrobern berichtet, dass viele Gäste gar keine Mühe machen, Deutsch zu sprechen. Insbesondere Touristen aus asiatischen Ländern und französischsprachige Touristen erwarten eine Bedienung in ihrer Muttersprache. Auch in Luzern beobachtet man, dass Touristen aus weiter entfernten Ländern sich weniger um die Landessprache kümmern. Die Anforderungen der Touristen an die Mitarbeitenden in der Schweiz sind vielschichtig, sie reichen von Schweizerdeutschkenntnissen bis zu Englischkenntnissen oder Kenntnissen der Landessprache.
Der gesamtschweizerische Hotel-Branchenverband Hotelleriesuisse bestätigt, dass die Anforderungen der Touristen breit gefächert sind. Es wird begrüßt, wenn Touristen zumindest ein paar Worte in der lokalen Sprache beherrschen und einfache englische Sätze sprechen können. Laut Knigge-Expertin Susanne Abplanalp zeugt es von Wertschätzung gegenüber dem Gastland, wenn man die Begrüßung, Danke und Bitte in der Landessprache spricht. Es ist auch wichtig, sich über die kulturellen Eigenheiten des Reiseziels zu informieren, um Fettnäpfchen zu vermeiden. Beispielsweise sollte man in China nicht den Teller komplett leer essen, da dies als Signal für noch Hunger interpretiert wird, und in Japan gibt man kein Trinkgeld, da dies als Beleidigung angesehen wird.
Zusammenfassend ist es heutzutage beim Reisen in den meisten Fällen erforderlich, zumindest ein grundlegendes Englisch zu sprechen, wenn man die Landessprache nicht beherrscht. Es schadet auch nicht, sich vor der Reise über kulturelle Unterschiede und Gepflogenheiten des Reiselandes zu informieren. Eine sprachliche und kulturelle Vorbereitung kann dazu beitragen, Missverständnisse und peinliche Situationen zu vermeiden und eine positive Reiseerfahrung zu gewährleisten.