Ausland

Europäische Unternehmen fordern Kennzeichnung von Gentechnik

Mehr als 370 Unternehmen der Lebensmittelbranche, darunter Grosskonzerne wie Rewe und DM, fordern von den Agrarministern der EU-Staaten eine Kennzeichnungspflicht für gentechnisch veränderte Lebensmittel. Vertreter der Initiative übergaben einen offenen Brief in Budapest an den ungarischen Landwirtschaftsminister im Rahmen der EU-Ratspräsidentschaft. Derzeit wird in Brüssel über eine Deregulierung der EU-Gentechnikvorgaben diskutiert, wobei das Europaparlament sich für eine Kennzeichnung aller Gentechnik-Produkte im Supermarkt einsetzt.

Die Initiative argumentiert, dass viele Verbraucherinnen und Verbraucher skeptisch gegenüber gentechnisch veränderten Produkten sind und selbst entscheiden wollen, ob sie diese kaufen und essen. Auch DM-Geschäftsführerin Kerstin Erbe betont die Bedeutung von Transparenz und Information für die Konsumenten. Bevor lockerere Regeln bei der Kennzeichnung von Gentechnikprodukten beschlossen werden können, müssen die EU-Staaten und das Europaparlament einen Kompromiss finden.

Die Agrarminister der EU-Staaten ringen derzeit noch um eine gemeinsame Position, bevor Verhandlungen mit dem Europaparlament aufgenommen werden können. Eine Deregulierung könnte es einfacher machen, mit modernen Gentechnikverfahren neue Züchtungen zu erschaffen. Befürworter dieser Verfahren glauben, dass robustere Pflanzen mit mehr Nährstoffen entwickelt werden können, wodurch möglicherweise der Einsatz von Pestiziden reduziert werden könnte.

Es wird betont, dass die Kennzeichnung von gentechnisch veränderten Lebensmitteln eine wichtige Rolle für die Verbraucherinformation und -sicherheit spielt. Vor der Abstimmung des EU-Parlaments im Februar hatte die Unternehmensinitiative bereits den Erhalt strengerer Kennzeichnungsregeln gefordert. Es bleibt nun abzuwarten, ob die EU-Staaten und das Europaparlament eine Einigung erzielen können, bevor endgültige Beschlüsse über die Regeländerungen getroffen werden. Insgesamt wird die Transparenz und Wahlfreiheit der Verbraucher in Bezug auf den Konsum von gentechnisch veränderten Lebensmitteln betont.

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