Sie möchte nicht ohne ADHS leben
Kafi Freitag ist eine Coachin, die nicht nur selbst mit ADHS lebt, sondern auch vielen Menschen auf ihrem Weg mit dieser Störung helfen kann. ADHS ist momentan ein sehr präsentes Thema in unserer Gesellschaft, jedoch immer noch stark stigmatisiert. Freitag ist der Meinung, dass der momentane Hype um ADHS notwendig ist, um das Thema zu enttabuisieren.
Für Betroffene von ADHS sind drei Faktoren entscheidend: die Ausprägung des Spektrums, die kognitiven Fähigkeiten und die verfügbaren Ressourcen. Vor allem bei Frauen wird ADHS oft nicht frühzeitig erkannt, da sie oft Strategien entwickeln, um nicht aufzufallen. Freitag betont die Bedeutung von Ritalin und anderen Medikamenten bei der Behandlung von ADHS, da sie eine enorme Hilfe sein können.
Die Coachin selbst nimmt Ritalin in Mikrodosierungen ein und weiß genau, wann sie es braucht. Sie möchte das Tabu um die medikamentöse Behandlung von ADHS brechen und leistet viel Aufklärungsarbeit in ihren Coachings. Freitag ist stolz auf ihren 20-jährigen Sohn, der erfolgreich die Matura abgeschlossen hat und ebenfalls ADHS hat.
Freitag bedauert es, dass sie die ADHS-Diagnose erst im Erwachsenenalter erhalten hat, da sie sich unter ihrem Wert verkauft fühlt und nicht ernst genommen wird. In unserer Gesellschaft braucht es oft einen akademischen Hintergrund, um Anerkennung zu finden. Doch Freitag liebt das Leben, das sie sich aufgebaut hat, und macht radikal, was ihr Freude macht.
Die Coachin glaubt, dass wir nur ein Leben haben und dieses in vollen Zügen genießen sollten, ob mit oder ohne ADHS. Menschen, denen es schwer fällt, möchte Freitag mit ihrer Arbeit helfen, sei es durch Coachings oder offene Gespräche. Ihr Ziel ist es, das Leben für sich und andere lebenswert zu gestalten.





