Mangels Lehrer: Schulen vergrößern einfach Klassen
Lehrermangel in Luzern: Klassen vergrößert, um Unterricht sicherzustellen
In Luzern haben die Schulen mit einem akuten Lehrermangel zu kämpfen. Aufgrund fehlender Lehrerinnen und Lehrer werden in einigen Gemeinden Mischklassen gebildet, was zu Klassen mit Überbestand führt. Dies stellt für die Schulen und Lehrpersonen eine große Herausforderung dar.
In der Gemeinde Zell wurde beispielsweise für die 4. Klasse keine Lehrperson gefunden, weshalb eine Mischklasse eingerichtet wurde. Diese besteht nun aus einer „sehr großen“ 4. Primarklasse und einer „ebenfalls großen“ 5. Primarklasse, jeweils mit 25 Schülerinnen und Schülern. Die Lehrpersonen haben ihr Pensum erhöht, um den Unterricht für diese Klassen sicherzustellen, unterstützt durch Klassenassistenzen.
Im vergangenen Schuljahr wurden im Kanton Luzern insgesamt 68 Klassen mit Überbestand geführt. Obwohl aktuelle Zahlen für das laufende Schuljahr noch ausstehen, zeigt ein mehrjähriger Vergleich, dass die Anzahl der Klassen mit Überbestand konstant geblieben ist. Bei zu großen Klassen sieht der Kanton Maßnahmen vor, um die Qualität des Unterrichts sicherzustellen.
Martina Krieg, Leiterin der Dienststelle Volksschulbildung beim Kanton Luzern, betont, dass die Klassengröße keinen merklichen Einfluss auf den Lernerfolg der Kinder hat. Dennoch sollen Klassen mit Überbestand mehr Ressourcen erhalten, um die Lehrpersonen zu entlasten. Für Lehrpersonen bedeutet eine kleinere Klasse weniger Aufwand bei Korrekturarbeiten und Elternarbeit.
In Zell führen die großen Klassen zu verschiedenen Herausforderungen, da die Lehrpersonen weniger Zeit für individuelle Betreuung und Unterstützung haben. Besonders schwierig ist es, wenn Kinder in der Klasse sind, die spezielle Aufmerksamkeit benötigen oder den Unterricht stören. Fränzi Möri, Schulleiterin in Zell, betont die Bedeutung von genügend Ressourcen, um große Klassen in Halbklassen aufteilen zu können und so den Lehrpersonen mehr Zeit für die Kinder zu geben.