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Wir stellen keine Bedrohung für die Schweiz dar

Im Zuge des Zusammenbruchs der Credit Suisse hat UBS-Präsident Colm Kelleher die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (Finma) kritisiert. In einem Interview mit dem «Sonntagsblick» betonte Kelleher, dass die UBS eine Chance und keine Gefahr für die Schweiz darstelle. Er kritisierte die Finma dafür, dass sie Briefe an den Verwaltungsrat der Credit Suisse geschrieben hatte, jedoch keine angemessenen Maßnahmen ergriffen wurden. Kelleher wies darauf hin, dass es bereits seit 2015 Warnzeichen gegeben habe, aber erst nach acht Jahren reagiert wurde. Trotz allem sei es in erster Linie die Verantwortung des Verwaltungsrats und der Geschäftsleitung der Credit Suisse gewesen, das Ruder herumzureißen.

Um auf solche Krisen vorbereitet zu sein, hat Kelleher bei seinem Amtsantritt bei der UBS eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen. Er betonte, dass die Schweiz strenge Kapitalvorschriften habe und dass diese noch weiter verschärft werden könnten. Die UBS sei jedoch keine Gefahr für die Schweiz, da sie über genügend Kapital und Liquidität verfüge, um auch schwerwiegende Unfälle zu überstehen, ohne den Steuerzahler zu belasten. Kelleher verteidigte die «Swissness» der UBS und betonte, dass ein Abschied aus der Schweiz keine Option sei, obwohl die Bank global tätig sei.

Des Weiteren sprach Kelleher die Lohnpolitik im Bankwesen an und verteidigte die möglicherweise zu hoch erscheinenden Gehälter. Er argumentierte, dass man diese hohen Löhne zahlen müsse, um die benötigten Fachkräfte zu gewinnen. Auch äußerte er sich zur Vergütung des UBS-Chefs Sergio Ermotti. Er erklärte, dass Ermotti möglicherweise nicht UBS-Chef hätte werden müssen und dass die Kritik an seiner Vergütung verständlich sei. Trotzdem betonte er, dass Ermotti nur minimal mehr als sein Vorgänger bezahlt wurde, obwohl er eine anspruchsvollere Aufgabe übernommen habe.

Insgesamt zeigt sich Kelleher besorgt über die jüngsten Entwicklungen im Bankensektor und mahnt zu einer verstärkten Aufsicht und Regulierung seitens der Finanzaufsichtsbehörden. Er unterstreicht die Wichtigkeit einer angemessenen Vorbereitung auf Krisensituationen, um einen erneuten Zusammenbruch wie bei der Credit Suisse zu vermeiden. Darüber hinaus betont er die Stärke der Schweizer Kapitalvorschriften und die Fähigkeit der UBS, auch schwierige Situationen zu meistern. Trotz der Diskussionen über Löhne und Vergütungen bleibt Kelleher optimistisch hinsichtlich der Zukunft der UBS und betont ihre wichtige Rolle für die Schweiz und die globale Finanzwelt.

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