Mehrheit der Deutschen befürwortet strengere Regeln an der Grenze
Die Mehrheit der Deutschen ist dafür, strengere Massnahmen an den deutschen Grenzen zu ergreifen, unabhängig von den rechtlichen Vorgaben der EU. Laut einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur befürworten 71 Prozent der Befragten direkte Zurückweisungen an der Grenze. Ältere Menschen sind dabei häufiger für härtere Regeln im Umgang mit irregulärer Migration als jüngere Menschen.
Bei der Frage nach der Unterstützung von Grenzkontrollen und Grenzschliessungen zur Begrenzung von Migration sprachen sich 45 Prozent der Befragten voll und ganz dafür aus, während weitere 28 Prozent dies eher positiv sahen. Ein Fünftel der Teilnehmer lehnte Grenzkontrollen und Grenzschliessungen ab. Insgesamt befürworten 82 Prozent der Befragten mehr Abschiebungen von Menschen ohne Bleiberecht, während 11 Prozent dagegen waren und 7 Prozent keine Meinung hierzu äusserten.
Besonders interessant ist, dass in der Altersgruppe ab 60 Jahren mehr als 95 Prozent für mehr Abschiebungen von Menschen ohne Bleiberecht sind, während in der Altersgruppe von 18 bis 39 Jahren der Anteil der Befürworter bei 68 Prozent liegt. Ein Unterschied zwischen Ost und West bei den Antworten auf diese Frage war nicht erkennbar. Zurückweisungen sind nur direkt an der Grenze möglich, wo es stationäre Kontrollen gibt. Seit Oktober letzten Jahres wurden mehr als 30’000 Menschen zurückgewiesen.
Bundesinnenministerium hat feste Kontrollen an den Grenzen zu Polen, Tschechien und der Schweiz angeordnet. Die Kontrollen an der deutsch-österreichischen Landgrenze bestehen bereits seit September 2015 und ab Montag sollen auch an den Landgrenzen zu Frankreich, Dänemark, Belgien, den Niederlanden und Luxemburg kontrolliert werden. Die Union fordert sogar, dass die Bundespolizei auch Menschen zurückweisen soll, die in Deutschland ein Asylgesuch stellen wollen, nachdem sie sich zuvor in einem anderen EU-Staat aufgehalten haben.