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Erste Vermutung zur Ursache bestätigt

Die Dresdner Carolabrücke ist eine Spannbetonbrücke, die zu den ersten großen Brücken der DDR gehört. Die Untersuchungen zur Einsturzursache haben bestätigt, dass Korrosion eine wesentliche Rolle gespielt hat. Experten des Instituts für Massivbau an der TU Dresden haben festgestellt, dass über 80% der Spannglieder schwere Schäden aufwiesen. Ein Video des Einsturzes zeigt den Bruch über dem Hauptpfeiler und bestätigt die Vermutung, dass Korrosion im Überbau die Ursache war.

Der Einsturz des Abschnitts C der Carolabrücke mit Strassenbahngleisen, Rad- und Fusswegen ereignete sich am Morgen des 11. September, jedoch wurde niemand verletzt. Einige Reste der Brücke wurden kontrolliert zum Einsturz gebracht, um Schäden durch das erwartete Hochwasser zu vermeiden. Die Wetterbedingungen, insbesondere die starke Aufheizung der Brücke in den Tagen zuvor, spielten eine entscheidende Rolle. Durch die schnelle Abkühlung in der Nacht des Einsturzes entstanden grosse Zugspannungen, die den Einsturz ausgelöst haben.

Die Brückenexperten prüfen nun die geborgenen Spannglied-Proben, um festzustellen, ob die Korrosion nur auf einem bestimmten Querschnitt oder in der gesamten Brücke verteilt war. Diese Erkenntnisse sind nicht nur für die Bewertung der noch stehenden Züge A und B von Bedeutung, sondern auch für die Beurteilung anderer Bauwerke ähnlicher Art. Die Analysen werden von der Bundesanstalt für Materialprüfung begleitet, und bis Ende November oder Anfang Dezember sollen belastbare Ergebnisse vorliegen, um eine Entscheidung über die Züge A und B zu treffen.

Die Brückenexperten werden unter anderem Schallemissionsmessungen durchführen, um Brüche und Schäden zu identifizieren. Zusätzlich werden die Spannglieder geöffnet, um sicherzustellen, dass die Brücke erst wieder in Betrieb genommen wird, wenn keine Zweifel mehr an ihrer Sicherheit bestehen. Die Ermittlungen und Analysen der Einsturzursache haben nicht nur lokale, sondern auch überregionale Bedeutung und dienen als Grundlage für mögliche Sofortmassnahmen und zukünftige Bauvorhaben.

Insgesamt zeigt die Untersuchung der Dresdner Carolabrücke, dass Korrosion der Spannglieder zu schwerwiegenden Schäden geführt hat, die letztendlich zum Teileinsturz der Brücke geführt haben. Die Wetterbedingungen, insbesondere die extremen Temperaturschwankungen, spielten eine entscheidende Rolle bei dem unerwarteten Versagen der Brücke. Die laufenden Analysen und Prüfungen der Spannglieder sind von großer Bedeutung für die Sicherheit nicht nur der Carolabrücke, sondern auch anderer Bauwerke in Deutschland. Es bleibt abzuwarten, welche weiteren Erkenntnisse die Experten gewinnen werden und welche Massnahmen zur Sicherung der Brücke und zur Vermeidung ähnlicher Zwischenfälle ergriffen werden.

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