Die Lohnungleichheit in der Schweiz nimmt weiter zu
Die Lohnschere in Schweizer Grosskonzernen öffnet sich weiter, wie eine Studie der Gewerkschaft Unia zeigt. In den grössten Schweizer Unternehmen wachsen die Lohnunterschiede, wobei einige Unternehmen besonders starke Lohnscheren aufweisen. Die Analyse von 36 mehrheitlich börsenkotierten Firmen zeigt, dass Topmanager im Jahr 2023 im Durchschnitt 143 Mal mehr verdienen als die Angestellten der niedrigsten Lohnklasse. Unternehmen wie UBS, Novartis und Nestlé haben besonders hohe Lohnunterschiede, während Coop und Migros die geringste Lohnspreizung aufweisen.
Besonders hervorzuheben ist das Salär des UBS-CEO Sergio Ermotti, der 267-mal mehr verdient als der am niedrigsten bezahlte Mitarbeiter des Unternehmens. Auch der CEO von Novartis, Vas Narasimhan, erhielt im Jahr 2023 mit 16,2 Millionen Franken den höchsten Lohn, was einem Zuwachs von 92 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Die öffentliche Kontroverse um die Spitzenlöhne in Schweizer Grosskonzernen hat zu Diskussionen über die Lohnpolitik geführt.
Die Studie der Unia wirft Fragen zur fairen Verteilung von Löhnen in den Schweizer Grossunternehmen auf. Insbesondere kritisiert sie die hohen Dividendenausschüttungen, von denen offenbar nur Führungskräfte und eine kleine Gruppe von Aktionären profitieren. Die Gewerkschaft betont die Bedeutung von kollektiven Lohnverhandlungen, generellen Lohnerhöhungen, einem Ende der individualisierten Lohnpolitik und gesetzlichen Mindestlöhnen, um angemessene Löhne für alle Arbeitnehmer zu gewährleisten.
Die Unia, als grösste Gewerkschaft der Schweiz, setzt sich für die Rechte der Arbeitnehmer ein und bietet ein breites Spektrum an Dienstleistungen an. Durch Beratung und Rechtsschutz unterstützt sie ihre Mitglieder branchenübergreifend und trägt dazu bei, deren Interessen zu vertreten und zu schützen. Unabhängig von Branche und Beruf können sich Arbeitnehmer auf die Unterstützung der Unia verlassen, wenn es um Lohnfragen und andere arbeitsrechtliche Angelegenheiten geht.
Die Diskussion um die Lohnungleichheit in Schweizer Grosskonzernen wird weiterhin kontrovers geführt, insbesondere mit Blick auf die Spitzenlöhne der Topmanager. Die Forderungen nach einer gerechteren Verteilung der Löhne und einer stärkeren Beteiligung der Arbeitnehmer an den Unternehmensgewinnen werden lauter. Die Unia spielt eine wichtige Rolle in diesem Diskurs und setzt sich aktiv für die Rechte der Arbeitnehmer ein, um faire Arbeitsbedingungen in der Schweiz zu gewährleisten.