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Autoversicherer fordern höhere Preise von jungen ausländischen Fahrern

In der Schweiz variieren die Autoversicherungsprämien je nach Nationalität stark. Besonders junge Ausländer, die teure Autos fahren, müssen teilweise bis zu 74 Prozent mehr bezahlen als Schweizer. Laut einer kürzlich veröffentlichten Erhebung von Comparis sind vor allem Kosovaren, Nordmazedonier und Türken betroffen. Die Versicherer berücksichtigen bei der Berechnung der Prämien neben der Nationalität auch Faktoren wie Alter, Wohnort, Geschlecht und Fahrerfahrung. Dies ist in der Schweiz erlaubt, während es in der EU anders gehandhabt wird.

Comparis-Experte Adi Koleci erklärt, dass gerade junge Ausländer mit teuren Autos mit hohen Aufschlägen rechnen müssen. Die Versicherungsleistungen können ebenfalls je nach Erfahrung des Fahrers variieren: Junglenker erhalten oft einen höheren Selbstbehalt als erfahrene Fahrer. Obwohl die Aufschläge für erfahrene Ausländer etwas niedriger sind, bleiben sie dennoch hoch. Ein 42-jähriger Kosovare in Zürich zahlt beispielsweise 54,8 Prozent mehr als ein Schweizer für eine Vollkaskoversicherung. Deutsche Fahrer hingegen erhalten manchmal sogar niedrigere Prämien als Schweizer.

Die Nationalität spielt also eine entscheidende Rolle bei der Berechnung der Autoversicherungsprämien in der Schweiz. Die Versicherer stützen sich dabei auf Statistiken, um das Risiko eines Schadens einzuschätzen. Die Erhebung von Comparis zeigt, dass vor allem junge Ausländer, die teure Fahrzeuge besitzen, mit hohen Prämienaufschlägen rechnen müssen. Diese Ungleichbehandlung wird in der Schweiz toleriert, während sie in der EU nicht erlaubt ist.

Die Versicherungsprämien für Ausländer variieren je nach Nationalität und Fahrzeugtyp erheblich. Besonders drastisch sind die Unterschiede bei jungen Ausländern, die teure Autos wie einen Mercedes-Benz GLC fahren. Bei 20-jährigen Kosovaren in Basel beträgt der Prämienzuschlag im Schnitt 74,4 Prozent, gefolgt von Nordmazedoniern und Türken mit jeweils über 70 Prozent. Auch bei Leistungen wie dem Selbstbehalt gibt es Unterschiede zwischen Jung- und Erfahrungslenkern.

Obwohl Ausländer in der Schweiz höhere Versicherungsprämien zahlen müssen, gibt es auch Fälle, in denen Schweizer einen Aufschlag erhalten. Deutsche Fahrer können beispielsweise in St. Gallen und Biel niedrigere Prämien als Schweizer erhalten. Die Autoversicherungsprämien variieren also nicht nur nach Nationalität, sondern auch nach Fahrzeugtyp und Fahrerprofil. Es bleibt jedoch fraglich, ob die Ungleichbehandlung aufgrund der Nationalität gerechtfertigt ist.

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