Mögliche marode Infrastruktur durch strukturelles Defizit bei SBB
Der Bahninfrastrukturfonds könnte aufgrund von Parlamentsbeschlüssen ab dem Jahr 2028 in ein Defizit geraten, was negative Auswirkungen auf die SBB haben könnte. Ein internes Dokument warnt vor finanziellen Schwierigkeiten, die das gesamte Bahnsystem des Landes betreffen könnten. Trotz milliardenschwerer Investitionen in neue Projekte warnt ein hochrangiger Mitarbeiter der SBB vor möglichen Problemen.
Der Bahninfrastrukturfonds wird durch Bundesmittel, Kantonsbeiträge sowie Steuern und Abgaben gespeist und dient der Finanzierung von Betrieb, Unterhalt und Ausbau der Eisenbahninfrastruktur. Ein Mitarbeiter warnt vor einer strukturellen Schieflage des Fonds und prognostiziert steigende Ausgaben ab 2025. Diese könnten schneller wachsen als die Einnahmen und ab 2028 zu einem strukturellen Defizit führen.
Besonders beunruhigend sind Aussagen des Mitarbeiters, dass die Ausgaben für Betrieb und Substanzerhalt der bestehenden Infrastruktur ab 2024 stagnieren könnten. Dies könnte zu einem realen Rückgang der Mittel für Betrieb und Unterhalt führen, was Probleme für die SBB und das gesamte Bahnsystem des Landes nach sich ziehen könnte.
Ein SBB-Sprecher betont, dass es sich bei dem alarmierenden Dokument um eine persönliche Einschätzung handelt und dass die Analyse falsch sei. Die Präsidentin und der CEO der SBB warnen dennoch vor knappen Mitteln für den Substanzerhalt. Das Bundesamt für Verkehr dagegen betont, dass die Finanzierung der vom Parlament beschlossenen Massnahmen im schweizerischen Eisenbahnnetz grundsätzlich gesichert sei.
Es bleibt abzuwarten, ob der Alarmruf aus den Tiefen der SBB zu einem Umdenken führen wird. Die Eidgenössische Finanzkontrolle warnt davor, den ausgewiesenen Substanzerhaltungsrückstand bei der Planung des Bahninfrastrukturfonds zu ignorieren. Die Zukunft der Bahninfrastruktur und der SBB bleibt somit vorerst ungewiss.