Blog

In Zürich soll die Produktion wieder gesteigert werden.

Zürich möchte die urbane Produktion in die Stadt zurückholt, um die Kreislaufwirtschaft zu fördern. Es fehlen jedoch geeignete Flächen. Die Initiative «Made in Zürich» unterstützt lokale Gewerbetreibende dabei, sich zu etablieren und sich auf dem Schlachthof-Areal, wo bisher Tiere getötet wurden, anzusiedeln. Die denkmalgeschützten Backsteingebäude sollen ab 2030 anderweitig genutzt werden und das Gebiet öffentlich zugänglich machen.

Andrea Gir, Co-Geschäftsleiterin von «Made in Zürich», betont die Bedeutung urbaner Produktion für eine vielfältige Wirtschaft und lebendige Stadt. Die Initiative zählt 160 Mitglieder, darunter bekannte Marken wie Vicafé und Soeder. Die Stadt hatte urbane Werkplätze bereits zu einem ihrer Strategie-Schwerpunkte ernannt. Die Entwicklung von der Industrie- zur Bankenstadt hat dazu geführt, dass viele Unternehmen in die Agglomeration gezogen sind.

Die Bedeutung von Handwerksbetrieben und Kleingewerbe wird hervorgehoben, um die Stadt attraktiv zu halten. In den ehemaligen SBB-Werkstätten «Werkstadt» in Altstetten haben sich bereits knapp 40 Unternehmen eingemietet, um Kaffeemaschinen herzustellen, Getränke zu vertreiben oder Rucksäcke zu reparieren. Kurze Wege sind ein wichtiger Aspekt der Kreislaufwirtschaft, so Direktorin der Stadtentwicklung Anna Schindler.

Die Stadt Zürich bemüht sich hauptsächlich darum, die bestehenden Industrie- und Gewerbeflächen zu erhalten. Es werden neue, kreative Wege gesucht, um urbane Produktion zurück in die Stadt zu bringen, da es zu wenige Industrie- und Gewerbeflächen gibt. Die Pläne des Immobilienunternehmens Senn und den Genossenschaften Kraftwerk 1 und ABZ für das ehemalige Koch-Areal sehen vor, dass dort nicht nur gewohnt, sondern auch produziert und repariert wird.

Das «Koch-Quartier» soll künftig ab 2026 sowohl Gewerbehaus «MACH» als auch Wohnungen beherbergen. Beim Schlachthof wird es jedoch noch bis 2035 dauern, bis Unternehmen in die Hallen einziehen können. Die Idee, urbanen Werkstätten mehr Relevanz zuzusprechen, stösst bei Stadtplanern, Soziologen und Wirtschaftsexperten auf Zustimmung. Es wird betont, dass die Diversität der Wirtschaft die Stabilität fördert.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert