Der Reisanbau in der Schweiz wächst weiter.
Die Klimaerwärmung in der Schweiz begünstigt den Reisanbau mit einer erwarteten Ernte von fast 40 Tonnen in diesem Jahr. Die Brüder Léandre und Maxime Guillod aus Freiburg sind die größten Reisproduzenten nördlich der Alpen und rechnen mit einer erfolgreichen Ernte in ihren Feldern im Vully-Gebiet und im Seeland. Sie haben ihr erstes Reisfeld 2019 in Lugnorre und ein zweites vor zwei Jahren in Kappelen angelegt, was sie zu den ersten Schweizer Produzenten im Flutreisanbau macht. Das Schweizer Klima ist eine Herausforderung für den Reisanbau, und die Diversifizierung der Produktion ist entscheidend.
Léandre Guillod, Agraringenieur, betont, dass sie viel von ausländischen Praktiken gelernt haben und sich inspirieren lassen. Die Reisproduktion auf elf Hektar Land umfasst verschiedene Sorten, darunter die gängige Sorte Loto und spezielle Spezialitäten wie schwarzen Reis, japanischen Rundkornreis und Jasminreis. Die Brüder können voraussichtlich fast 40 Tonnen Reis im Jahr 2024 ernten, was eine Steigerung im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Das Klima und Wasser sind die Schlüsselfaktoren für den Erfolg des Reisanbaus in der Schweiz, da Reis eine Mindesttemperatur von 20 Grad benötigt und künstlich bewässert werden muss.
Die Bewässerung der Reisfelder erfolgt durch Pumpen von Wasser aus dem Broye-Kanal, um die Felder zu überfluten. Eine bestimmte Wassermenge ist erforderlich, um den Reis anzubauen und das Wachstum zu unterstützen. Das Wasser hält auch die Wärme und dient als Wärmepuffer für die Pflanzen. Die Brüder betonen den ökologischen Aspekt ihres Reisanbaus und die Wichtigkeit der Artenvielfalt im Feuchtgebiet, das sie geschaffen haben. Das Projekt zielt darauf ab, Feuchtgebiete zu revitalisieren und gleichzeitig eine produktive landwirtschaftliche Nutzung zu ermöglichen.
Die Guillod-Brüder sind stolz darauf, den Reis nicht nur online, sondern auch im Direktverkauf anzubieten. Sie haben Herausforderungen wie die manuelle Unkrautbekämpfung gemeistert, um die Artenvielfalt im Reisfeld zu fördern und den Einsatz von chemischen Pestiziden zu vermeiden. Die Unterstützung von Agroscope war entscheidend für die Realisierung ihres Projekts, und sie planen, ihr Engagement für den ökologischen Reisanbau fortzusetzen. Die Reisproduktion in der Schweiz erlebt durch die Klimaerwärmung und Innovationen im Anbau einen Aufschwung, der den Bedarf an importiertem Reis reduzieren kann.