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All das musste ich von Männern hören

Imke Wübbenhorst, eine Pionierin im Fussball, war die erste Frau, die 2018 ein Männerfussballteam in Deutschland trainierte, bevor sie vor rund zwei Jahren zum Frauenfussball zurückkehrte und heute YB trainiert. In einem Interview mit SRF sprach sie über die Schattenseiten ihrer Pionierzeit und die Herausforderungen, die sie als Frau im Männerfussball erlebt hat.

Als Imke Wübbenhorst vor sechs Jahren zur Trainerin des BV Cloppenburg ernannt wurde, wurde sie von einigen als „grösster Fehlentscheid der Vereinsgeschichte“ bezeichnet, als ein neuer Vorstand die Leitung übernahm. Dieser neue Vorstand bevorzugte eine „männliche“ Lösung und wollte sie loswerden, obwohl sie intern als beste Qualifikation für den Job galt. Sie erzählt von sexistischen Beleidigungen, die sie von Fans und Staff ertragen musste, darunter auch pantomimische Aktionen und anzügliche Sprüche.

Imke Wübbenhorst zeigte sich jedoch schlagfertig und konterte die Beleidigungen mit Humor und Klugheit. Trotzdem kostete es sie viel Kraft, Menschen zu überzeugen und gegen Sexismus und Vorurteile anzukämpfen. Sie beschreibt eine schwierige Situation als Co-Trainerin bei Viktoria Köln, wo sie mit Widerstand und Diskriminierung konfrontiert wurde, was dazu führte, dass sie sich in ihrer Rolle unsicher fühlte.

Trotz ihrer Pionierarbeit im Männerfussball betont Imke Wübbenhorst, dass sie nie beabsichtigt hatte, eine Vorreiterin zu sein, sondern einfach ihren Job machen wollte. Sie hat gelernt, dass Überzeugungsarbeit viel Kraft kostet und nicht immer auf Verständnis stösst. Trotz allem stellt sich die Frage, ob Imke Wübbenhorst die richtige Trainerin für die YB-Frauen ist, angesichts ihrer Erfahrungen und Herausforderungen, die sie als Frau im Männerfussball erlebt hat.

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