Eskalation im Nahen Osten treibt Ölpreise nach oben
Die Angst vor einer Eskalation im Nahen Osten hat den Rohölpreis in der vergangenen Woche in die Höhe getrieben. An den Zapfsäulen der Schweizer Tankstellen muss sich dies aber nicht zwingend in höheren Preisen niederschlagen. Der Angriff der Hamas auf den Süden Israels vor einem Jahr hat die Gewaltspirale im Nahen Osten weiter vorangetrieben. In der vergangenen Woche erreichte die Eskalation einen neuen Höhepunkt, als der Iran Israel mit Raketen angriff. Dies führte zu einem Preissprung von fast 10 Prozent beim Rohöl, dem stärksten Anstieg seit Anfang 2023. Experten warnen vor den Auswirkungen eines möglichen israelischen Gegenschlags auf iranische Ölanlagen und die globalen Ölmärkte.
Rohstoffexperten sind besorgt über die möglichen Auswirkungen eines Angriffs auf iranische Ölanlagen, da der Iran zuletzt bis zu 3,4 Millionen Barrel Öl pro Tag gefördert hat. Ein größerer Ausfall könnte zu einer Verknappung des Ölangebots führen und den weltweiten Ölhandel beeinträchtigen. Einige Experten gehen jedoch davon aus, dass eine weitere Eskalation im Nahen Osten unrealistisch sein könnte, da die US-Regierung Druck auf Israel ausüben könnte, bis nach den US-Wahlen im November mit einem Gegenschlag zu warten. Andere Faktoren wie eine mögliche Erhöhung der Ölproduktion durch OPEC+-Länder und eine schwache Nachfrage tragen ebenfalls dazu bei, den Rohölpreisanstieg zu dämpfen.
Trotz des Anstiegs des Rohölpreises ist dieser nur einer von vielen Faktoren, die den Benzinpreis an der Zapfsäule beeinflussen. Neben dem Rohölpreis spielen auch Beschaffungskosten, staatliche Abgaben und Vertriebskosten eine Rolle. Der Preis für einen Liter Benzin hängt auch von den Kosten für die Rheinfracht und dem Wechselkurs zwischen Franken und Dollar ab. Wenn der Franken gegenüber dem Dollar steigt, wird das Öl billiger. Staatliche Abgaben wie Mineralölsteuer, Mineralölsteuerzuschlag und Einfuhrsteuer sowie die Mehrwertsteuer fließen ebenfalls in den Endpreis ein.
Experten gehen davon aus, dass die Preise an den Zapfsäulen in der Schweiz wahrscheinlich steigen werden, da die aktuellen Preise die niedrigsten seit drei Jahren sind und eine Trendwende zu höheren Preisen erwarten lassen. Laut internationalen Vergleichswebsites wie Globalpetrolprices.com liegen die Preise für einen Liter bleifreies Benzin (95 Oktan) derzeit bei etwa 1,75 Franken in der Schweiz. Allerdings gibt es große Preisunterschiede zwischen den Tankstellen, wie die Erhebungen des Touring Club Schweiz zeigen. Kunden können je nach Tankstelle deutlich unterschiedliche Preise für Benzin zahlen.





