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Immer mehr Männer trinken Aperol Spritz

Aperol Spritz wird oft als „Frauengetränk“ angesehen, aufgrund seines süsslichen Geschmacks. Dennoch erfreut sich der Cocktail einer steigenden Beliebtheit auch bei Männern, was jedoch manchmal zu Spott führen kann. Immer mehr Männer brechen jedoch mit alten Stereotypen und wählen Getränke basierend auf ihren persönlichen Vorlieben. Bars verzeichnen keine grossen Unterschiede zwischen den Geschlechtern beim Konsum von Aperol. Der Drink, bestehend aus Rhabarber, Bitterorange, Kräutern und Prosecco, eignet sich durch seinen Alkoholgehalt als Alternative für Biertrinkerinnen und -trinker.

Die Klischees rund um süssliche Getränke als „Frauengetränke“ gehören laut Thomas Neumeyer vom Dachverband der progressiven Männer- und Väterorganisationen der Vergangenheit an. Die alten Männerstereotype machten früher Aperol Spritz zu einem Modedrink, der heute jedoch von vielen Männern als Alltagsgetränk genossen wird. Trotzdem kann die Wahl des „Frauengetränks“ bei einigen noch zu Spott führen. Allerdings zeigt sich die Gesellschaft heutzutage entspannter und viele Männer bestellen in Bars mittlerweile offen Aperol Spritz. Einige Männergruppen konsumieren sogar fast ausschliesslich den beliebten Sommerdrink, um ihre Männlichkeit zu betonen – ein Phänomen, das Neumeyer als etwas lächerlich empfindet.

Bars in der Schweiz verzeichnen einen Anstieg an männlichen Aperol-Bestellungen, wie Dominic Kummer von Mosaik Events in Bern berichtet. Aperol wird von Männern auch unabhängig von weiblicher Begleitung genossen, wobei Bier immer noch die Nummer eins bleibt. In Basel beobachtet Roman Fankhauser, Geschäftsführer der „Sandoase“, dass viele Männer den fruchtig-bitteren Drink bevorzugen, selbst in reinen Männergruppen. Auch wenn Aperol Spritz als „Frauengetränk“ gehandelt wird, hat sich der Spott darüber laut Neumeyer in den letzten Jahren verringert, da die Wahl eines Drinks nicht mehr so stark mit der männlichen Identität verknüpft wird.

Die Möglichkeit, sich über die Wahl eines Getränks lustig zu machen, wird in der heutigen Gesellschaft als schräg angesehen. Dennoch kann es vorkommen, dass Männer aufgrund ihrer Aperol-Bestellung in gewissen Umgebungen immer noch Spott erfahren. Neumeyer betont jedoch, dass die Wahl des Getränks nicht ausschlaggebend für die Männlichkeit oder Weiblichkeit einer Person sein sollte. Der Trend geht laut ihm dahin, dass jeder das bestellt, worauf er Lust hat, unabhhängig von gesellschaftlichen Erwartungen. Auch wenn es noch Männerrunden gibt, in denen ausschliesslich Bier getrunken wird, wird die Vielfalt der Getränkewahl in der männlichen Gesellschaft zunehmend akzeptiert.

Insgesamt zeigt sich ein Wandel in den traditionellen Ansichten darüber, welche Getränke für Männer und Frauen angemessen sind. Aperol Spritz, ein Cocktail der lange Zeit als „Frauengetränk“ abgetan wurde, gewinnt sowohl in Männer- als auch in Frauenkreisen an Beliebtheit. Der Drink, der als Sommererfrischung gilt, wird zunehmend von einer breiteren Zielgruppe genossen, unabhängig davon, ob er als „männlich“ oder „weiblich“ angesehen wird. Dies spiegelt die zunehmende Offenheit und Akzeptanz in der Gesellschaft wider, die individuelle Vorlieben über traditionelle Geschlechterrollen stellt.

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