Große Gemeinderatsrochade aufgrund von Amtszeitbeschränkung in Langenthal
Die Stadt Langenthal steht vor einer politischen Erneuerung, da vier von sieben Gemeinderäten nicht mehr zur Wiederwahl antreten. Am 27. Oktober wählen die Langenthaler ihre politischen Behörden neu. Im Gemeinderat wird es zu einer grösseren Veränderung kommen, da nur drei bisherige Mitglieder erneut kandidieren, während vier aufgrund von Amtszeitbeschränkungen nicht mehr antreten können. Bisher hatten die FDP, SVP und die SP je zwei Sitze im Gemeinderat, die Grünen einen. Die Bürgerlichen lagen somit mit vier zu drei Sitzen in der Mehrheit.
Insgesamt treten 26 Kandidaten auf vier Listen zur Gemeinderatswahl an. Die verschiedenen Parteien möchten hauptsächlich ihre Sitze verteidigen. Die Bürgerlichen streben danach, ihre Mehrheit zu behalten, während die anderen Parteien auf einen Sitzgewinn hoffen. Es werden vier neue Gesichter im Gemeinderat erwartet, unabhängig von einer möglichen Veränderung der politischen Landschaft in der Exekutive.
Der Gemeinderat wird nach den Wahlen mit einem neuen Stadtschreiber zusammenarbeiten, da der langjährige Stadtschreiber Daniel Steiner nach 33 Dienstjahren im kommenden Frühling zurücktritt und von Marc Häusler ersetzt wird. Im vierzigköpfigen Parlament sind die Kräfteverhältnisse deutlich ausgeglichener als in der Regierung, mit je 20 Sitzen für die beiden Blöcke. Beide Seiten streben klarere Verhältnisse im Stadtrat an, um die bisherigen Stichentscheide zu vermeiden.
Für die Wahl des Stadtpräsidiums stehen insgesamt 184 Kandidaten auf 8 Listen zur Verfügung. Der amtierende Stadtpräsident Reto Müller (SP) schien lange Zeit eine stille Wiederwahl zu haben, bis sich der parteilose Marco Burkhalter als Herausforderer meldete. Burkhalter, ein ehemaliges Mitglied der SVP, betonte, dass er als Parteiloser besser in der Lage sei, die Meinungen aller Bürger zu vertreten. Die Gemeinderatsparteien SVP und FDP schickten keine Kandidaten für das Stadtpräsidium ins Rennen.
Langenthal ist seit 1997 offiziell eine Stadt und gilt als das Zentrum des Oberaargaus. Die Gemeinde hat rund 16’000 Einwohner und seit 2010 gehört Untersteckholz zur Gemeinde, während 2021 auch Obersteckholz fusionierte. Die bevorstehenden Wahlen in Langenthal versprechen eine spannende politische Veränderung und die Möglichkeit, neue Gesichter in der Exekutive und im Gemeinderat zu erwarten.





