Ältere Menschen sind jetzt genauso handysüchtig wie junge Menschen.
Die Nutzung von Smartphones unter Senioren nimmt zu, und Pro Senectute warnt vor den Gefahren, die damit verbunden sind. Laut einer Studie nutzen bereits 80 Prozent der Senioren in der Schweiz ein Smartphone. Diese Entwicklung bringt jedoch auch Probleme mit sich, da Senioren zunehmend Zeit auf ihren Handys verbringen und Gefahr laufen, süchtig zu werden. Besonders beliebt sind bei älteren Menschen News-Apps, WhatsApp, Social-Media-Kanäle und Handyspiele. Die ständige Erreichbarkeit und Informationsflut kann zu Stress und dem Gefühl führen, etwas zu verpassen.
Peter Burri, Mediensprecher von Pro Senecute, bestätigt den Trend zur Smartphone-Nutzung bei Senioren und erklärt, dass inzwischen über 80 Prozent der Senioren ein Smartphone besitzen. Die Nutzung und Intensität der Nutzung der Senioren ähnele immer mehr der jüngerer Generationen. Viele Dienstleistungen und Alltagsgeschäfte werden heute fast ausschliesslich über das Smartphone abgewickelt, was den Zugang zu Informationen und Dienstleistungen offline erschwert.
Ein Besuch in einem Konzertsaal in Bern zeigt, dass auch Senioren vermehrt dazu neigen, Veranstaltungen auf ihren Handys festzuhalten. Dies wirft die Frage auf, ob Senioren mittlerweile genauso handysüchtig sind wie junge Menschen. Laut einer Sprecherin der Altersheim-Gruppe Senevita nutzen auch Bewohnerinnen und Bewohner vermehrt Handys, um mit Verwandten und Bekannten in Kontakt zu bleiben. In der Schweiz leiden 37 Prozent der Senioren unter Einsamkeit, was die Bedeutung der Smartphone-Nutzung für den Kontakt zu anderen verdeutlicht.
Während die Nutzung von Smartphones unter Senioren zunimmt, warnt Pro Senecute vor den negativen Auswirkungen von exzessiver Smartphone-Nutzung. Ramona K.* berichtet, dass ihr 75-jähriges Grosi mehr auf Instagram postet als sie selbst. Die Vernachlässigung sozialer Kontakte, Stress und die Angst, etwas zu verpassen, sind einige der Risiken, denen Senioren durch ihre Smartphone-Nutzung ausgesetzt sind. Die Angst, etwas zu verpassen, auch bekannt als FOMO (Fear Of Missing Out), kann zu einer Sucht nach ständiger Erreichbarkeit und Informationsflut führen.
Schon 2022 eruierte das Bundesamt für Statistik negative Folgen, die das Mobiltelefon für ältere Menschen haben kann. Es ist wichtig, dass Senioren ein gesundes Mass in der Nutzung ihres Smartphones finden, um soziale Kontakte zu pflegen und negative Auswirkungen auf die psychische Gesundheit zu vermeiden. Pro Senecute bietet Unterstützung und Beratung für Senioren, um einen sinnvollen und ausgewogenen Umgang mit Smartphones zu finden. Es ist wichtig, dass Senioren über die Risiken und Folgen exzessiver Smartphone-Nutzung informiert sind und sich bewusst sind, wann es Zeit ist, das Handy zur Seite zu legen und echte soziale Kontakte zu pflegen.