Kein Aufschwung in Sicht: Schweizer Wirtschaft erholt sich nur langsam
Die Prognosen der Konjunkturforscher der ETH Zürich (KOF) zeigen, dass die wirtschaftliche Erholung in der Schweiz langsamer verläuft als erhofft. Dies liegt vor allem am schwächelnden Deutschland, was sich negativ auf die Exportindustrie der Schweiz auswirkt. Obwohl ein Wachstum von fast 2 Prozent erwartet wurde, wurde dieser Wert im Jahr 2023 verfehlt und bleibt auch für das laufende Jahr unrealistisch. Die KOF hat ihre Prognosen für die nächsten Jahre leicht gesenkt und rechnet nun mit einem Wachstum des realen Bruttoinlandproduktes von 1,1 Prozent in 2024 und 1,6 Prozent in 2025. Der Hauptgrund für die holprige Erholung und die leichte Abwärtsrevision sind die konjunkturellen Entwicklungen in der Eurozone, insbesondere in Deutschland. Dies bremst die Dynamik in der Schweiz, insbesondere in der Exportindustrie.
Die Schweizer Exportindustrie, insbesondere die Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie, leidet unter der schwachen Konjunktur in Europa. Dies führt dazu, dass die Exporte stagnieren und die Investitionen in neue Maschinen und Geräte zurückgehalten werden. Trotz dieser Herausforderungen sprechen die positiven Erwartungen der Unternehmen für eine langsame Erholung der Wirtschaft. Des Weiteren tragen die solide Arbeitsmarktentwicklung und die sinkende Inflation zu dieser Entwicklung bei. Die Inflationsprognose wurde für die nächsten Jahre leicht gesenkt, was zu Reallohnzuwächsen von bis zu 0,9 Prozent führt. Dies bedeutet, dass die Konsumenten trotz Teuerung mehr Geld zur Verfügung haben und somit der private Konsum eine wichtige Stütze der Konjunktur bleibt.
Die 13. AHV-Rente, die kürzlich vom Volk beschlossen wurde, könnte zusätzlich einen kleinen Schub für den Konsum geben. Allerdings warnt die KOF davor, dass die Finanzierung dieser Extrarente über die Mehrwertsteuer die Inflation wieder anheizen könnte. Es gibt auch verschiedene Risiken für die Prognose, wie den Krieg in der Ukraine, den Konflikt im Nahen Osten und mögliche Deglobalisierungsrisiken im Zusammenhang mit den anstehenden US-Wahlen. Diese Ereignisse könnten die Wirtschaftsentwicklung und die Inflation stark beeinflussen. Insgesamt zeigt sich, dass die Schweizer Wirtschaft zwar eine langsame Erholung erlebt, aber ein eigentlicher Boom noch nicht in Sicht ist.





