Debatte in Zürich: Wird das Langzeit-Gymnasium abgeschafft?
Die Alternative Liste im Zürcher Kantonsrat hat einen Vorstoss eingereicht, um das Langzeit-Gymnasium abzuschaffen. Der Vorschlag fordert, dass Schulkinder bis zum dritten Oberstufenjahr dieselbe Schule besuchen sollen. Die AL argumentiert, dass Bildung darauf abzielen sollte, alle Schülerinnen und Schüler zur Teilnahme in Gesellschaft, Politik und Kultur zu befähigen. Sie möchten das Gymnasium in ein ganzheitliches Oberstufensystem integrieren und eine weitere Abkopplung von der Volksschule verhindern.
Kritik äußert die Alternative Liste auch am neuen Prüfungsreglement von 2023, das für den Übertritt ins Gymnasium einen Notendurchschnitt von 4,75 vorsieht. Die AL befürchtet, dass Kinder von studierten Eltern damit überproportional ins Langzeit-Gymnasium wechseln. Zudem kritisiert sie, dass Eltern ab dem Langzeit-Gymnasium sämtliches Schulmaterial und Klassenreisen selbst bezahlen müssen. Eine Befragung von Schulleiterinnen und Schulleitern aus mehreren Kantonen ergab, dass die Selektion nach der sechsten Klasse als zu früh angesehen wird.
Die Abschaffung des Langzeit-Gymnasiums war bereits 2022 ein Thema, als der Stadtzürcher Schulvorsteher Filippo Leutenegger die Reduktion oder Abschaffung des Langzeit-Gymnasiums vorschlug, um die Sekundarschule und Berufslehre zu stärken. Im Kanton Zürich wurden auch Diskussionen über die Aufnahmeprüfungen für das Gymnasium geführt, wobei ein Vorstoss zur Abschaffung aller Gymnasiumsprüfungen 2015 abgelehnt wurde. Der aktuelle Vorstoss der Alternative Liste zur Abschaffung des Langzeit-Gymnasiums könnte im Kantonsrat jedoch aufgrund der geringen Unterstützung schwer durchsetzbar sein.
Im Kantonsrat haben lediglich drei von 180 Kantonsräten den Vorstoss der Alternative Liste zur Abschaffung des Langzeit-Gymnasiums unterzeichnet. Die Partei hat nur fünf von 180 Sitzen im Kantonsrat. Die Diskussion über die Zukunft des Langzeit-Gymnasiums im Kanton Zürich sowie die Debatte um die Aufnahmeprüfungen für das Gymnasium werden weiterhin kontrovers geführt. Es bleibt abzuwarten, ob der Vorstoss der Alternative Liste eine breitere Unterstützung finden wird.





