Bereits ein Drittel der Spanier ist von Touristen genervt.
Ein Drittel der Spanierinnen und Spanier zeigt Unmut gegenüber dem Massentourismus in ihrem Land. Besonders akut ist das Problem in der Stadt Málaga, die nun erste Maßnahmen ergreift, um dem Phänomen entgegenzuwirken. Die Stadt hat Kleiderregeln für Touristen eingeführt und fordert sie öffentlich auf, angemessene Kleidung zu tragen. Die europaweite YouGov-Umfrage zeigt, dass Spanien das Land ist, in dem die negative Meinung über internationale Touristen am stärksten ausgeprägt ist.
Im vergangenen Sommer kam es in spanischen Ferienhochburgen zu Protesten gegen den Massentourismus, wie beispielsweise in Barcelona, wo Touristen mit Wasserpistolen attackiert wurden, oder auf Mallorca, wo tausende Menschen demonstrierten. Einer der Gründe für den Ärger ist die Zunahme an Ferienwohnungen, die den Einheimischen Wohnraum entzieht und die Mieten in die Höhe treibt. Demzufolge unterstützen die meisten Europäer die Proteste gegen den Massentourismus und wünschen sich strengere Vorschriften für die Unterbringung von Touristen.
Málaga reagiert nun auf die Problematik und hat eine Plakatkampagne gestartet, die die Touristen auf korrektes Verhalten hinweist. Dazu gehört unter anderem das Sauberhalten der Stadt, das Respektieren historischer Orte, das Vermeiden von Lärm und das Tragen angemessener Kleidung. Überdies sind Bikinis im Restaurant oder Badehosen beim Einkaufen ab sofort tabu. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob diese Maßnahmen den erwünschten Erfolg bringen werden und den Massentourismus eindämmen können.
Trotz der negativen Haltung vieler Einheimischer gegenüber Touristen sind diese für viele Städte entscheidend für die Wirtschaft. Touristen bringen lebenswichtige Einnahmen und schaffen Arbeitsplätze, so dass die Bewältigung des Massentourismus immer eine Balance zwischen den Bedürfnissen der Einheimischen und der wirtschaftlichen Notwendigkeiten darstellt. Daher sind alle Maßnahmen zur Regulierung des Tourismus stets eine Gratwanderung zwischen dem Schutz der lokalen Bevölkerung und den wirtschaftlichen Vorteilen des Tourismus.