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Unterschriftenfirmen üben Druck auf den Initianden aus.

In der Schweiz setzen kommerzielle Unterschriften-Sammelfirmen Initianten unter Druck und sammeln teils auch ohne Auftrag. Diese Firmen bieten Hilfe beim Sammeln von Unterschriften für Initiativen und Referenden an, führen jedoch fragwürdige Methoden bei der Akquise neuer Kunden durch. Ein Fall, der von Tamedia aufgedeckt wurde, zeigt dies am Beispiel von Elias Vogt, einem Windkraft-Gegner. Nachdem Vogt zwei Anti-Windkraft-Initiativen vorgestellt hatte, erhielt er am nächsten Tag Besuch von verschiedenen Sammelfirmen, die ihm Unterschriften in „guter Qualität“ anboten.

Vogt beschrieb die beiden Männer als „extrem aufdringlich“, da sie sein Grundstück nicht verlassen wollten. Er erhielt auch nach den Besuchen weitere Nachrichten und Anrufe von anderen Firmen. Diese Vorgehensweise wurde von Tamedia als groß angelegter Betrug bei Unterschriftensammlungen für Initiativen und Referenden entlarvt. Einige Sammelfirmen hatten Unterschriften im großen Stil gefälscht und gingen dabei sehr aggressiv bei der Akquise vor. Einige Unternehmen sammelten auch Unterschriften ohne Auftrag und boten sie dann an, was für die Initianten problematisch war.

Vogt entschied sich schließlich für ein Sammelunternehmen, das sie nicht ungebeten kontaktiert hatte. Nachdem er einen Auftrag für einige Hundert Unterschriften erteilt hatte, reiste er nach Lausanne, um die Sammler zu schulen. Dabei erhielt er einen negativen Eindruck von der Schulung, die er als „Zirkus“ beschrieb. Die Angestellten wirkten während des Referats geknechtet, und der Chef versuchte, Vogt zu überzeugen, weitere Aufträge zu erteilen.

Die Sammler begannen mit ihrem Job und sammelten die geforderte Anzahl von Unterschriften. Als der Chef einen weiteren Auftrag zu einem höheren Preis verlangte, ohne Vogts Einwilligung, blockte dieser ab. Die Sammler drohten daraufhin damit, ihren Job und ihr Einkommen zu verlieren, wenn sie nicht weiter sammeln dürften. Ein Sammler ging sogar so weit zu behaupten, dass seine Familie hungern müsste, wenn der Auftrag nicht erneuert werde, was Vogt als extremen Druck empfand.

Eine andere Firma bot Vogt ebenfalls Unterschriften an, die ohne Auftrag gesammelt worden waren. Nach Begutachtung stellte sich heraus, dass die Unterschriften wertlos waren, da wichtige Angaben zum Komitee fehlten. Vogt ließ die Firma durch einen Anwalt abmahnen und forderte sie auf, keine Unterschriften mehr zu sammeln. Dennoch meldete sich das Unternehmen später erneut, dieses Mal mit beglaubigten Unterschriften, die angeblich versehentlich von einer Gemeinde versandt worden waren.

Vogt bezeichnete dies als „Gipfel der Frechheit“, da es schien, dass die Firma ihm Unterschriften verkaufen wollte, die er bereits selbst gesammelt hatte. Ähnliche Erfahrungen machte auch Andreas Faller, der Initiant der Versorgungsinitiative, dem ebenfalls Unterschriften ohne Auftrag angeboten wurden. Diese Vorfälle verdeutlichen die fragwürdigen Praktiken einiger kommerzieller Unterschriften-Sammelfirmen und die Schwierigkeiten, mit denen Initianten bei der Sammlung von Unterschriften konfrontiert werden.

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