Schwerpunkt Thüringen (D): Großrazzia im Schleusermilieu
Am Mittwoch haben deutsche Einsatzkräfte in verschiedenen Bundesländern eine umfangreiche Razzia gegen mutmaßliche Schleuser durchgeführt, wobei der Schwerpunkt in Thüringen lag. Die Bundespolizei führte die Operation durch, um eine Schleuserbande zu zerschlagen, die mindestens 140 Personen illegal ins Land gebracht haben soll. Diese Bande soll Verbindungen zu internationalen Schleuserorganisationen haben und im Zeitraum von 2023 bis 2024 über die Westbalkanroute operiert haben.
Die Durchsuchungen im Rahmen der Razzia fanden nicht nur in Thüringen statt, sondern erstreckten sich auch auf Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg. In Thüringen waren insgesamt elf Wohn- und Geschäftsräume in Jena das Ziel der Durchsuchungen, ebenso wie drei Räumlichkeiten in Sondershausen und weitere Objekte in Nordhausen, Bad Sulza, Krefeld, Lübeck, Vaihingen an der Enz und Zeitz.
Die Ermittlungen richten sich gegen 18 Verdächtige aus Syrien, dem Irak und Bulgarien im Alter von 23 bis 57 Jahren. Fünf Haftbefehle wurden vollstreckt, darunter drei Syrer und zwei Iraker, die in Jena, Sondershausen und Bad Sulza lebten. Die Verdächtigen sollen die Einwanderer über verschiedene Routen von Kroatien oder der Slowakei über Tschechien nach Deutschland geschleust und in konspirativen Wohnungen untergebracht haben.
Die Operation wurde von rund 340 Beamten unterstützt, darunter auch die Bundespolizei-Spezialeinheit GSG 9. Monatelange Ermittlungen, bei denen Telefone abgehört und Verdächtige observiert wurden, haben zu den Verhaftungen geführt. Die Staatsanwaltschaft Gera, die für Organisierte Kriminalität in Thüringen zuständig ist, leitet nun das Verfahren gegen die Schleuserbande. Die Verdächtigen sollen mit einem illegalen Zahlungssystem namens „Hawala Banking“ gearbeitet haben, bei dem Transaktionen auf Vertrauensbasis und ohne Beteiligung von Banken durchgeführt werden.