Ausland

Schweizer Waffe für Putins Leibwächter landet in der Ukraine

Der staatliche russische Personenschutz setzt Maschinenpistolen aus Schweizer Produktion ein, die auch in der Ukraine zum Einsatz kommen. Die Firma B&T lieferte 2013 und 2014 dem russischen Personenschutz Maschinenpistolen. Wie die Waffen in die Ukraine gelangt sind, ist unklar. Russische Politiker und Milizen verwenden die Waffen in militärischen Aktionen in der Ukraine.

Der russische Präsident Wladimir Putin wird vom staatlichen Personenschutz bewacht, der MP9-Maschinenpistolen aus Schweizer Produktion verwendet. Diese Waffen werden aber nicht nur zum Schutz des Staatschefs eingesetzt, sondern möglicherweise auch im Ukraine-Krieg. Der russische Politiker Dmitri Rogosin postete ein Foto von sich und bewaffneten Männern in der Ukraine. Rogosin ist Anführer der prorussischen Miliz „Zarenwölfe“ und auf der Sanktionsliste der Schweiz.

Die Schweizer Firma B&T bestätigte die Lieferung von 100 Maschinenpistolen an den russischen Personenschutz in den Jahren 2013 und 2014. Der Export erfolgte legal und mit Bewilligung des Bundes. Nach der Annexion der Krim durch Russland wurden keine weiteren Kriegsmaterialexporte bewilligt. Es ist unklar, wie die Waffen aus Schweizer Produktion in den Ukraine-Krieg gelangt sind, da zum Zeitpunkt der Lieferungen keine Sanktionen gegen Russland bestanden.

Das Staatssekretariat für Wirtschaft bestätigt, dass der Schutz von Staatsoberhäuptern ein legitimer Verwendungszweck von Kleinwaffen ist. Nach der Auslieferung sind dem Seco jedoch die Hände gebunden, und eine missbräuchliche Verwendung der Waffen kann nie gänzlich ausgeschlossen werden. Es ist möglich, dass die Maschinenpistole in der Ukraine missbräuchlich eingesetzt wurde, aber dies ist nicht garantiert.

Die Thuner Firma B&T bedauert, dass ihre Waffen im Ukraine-Krieg auftauchen. Das Seco stärkt dem Unternehmen den Rücken und erklärt, dass sie nach der Auslieferung keine Kontrolle über den Verbleib der Waffen haben. Es ist möglich, dass die Russen die Waffen aus ukrainischen Beständen erbeutet haben oder über andere Kanäle beschafft haben. Es ist auch denkbar, dass der Mann, der die Waffe trägt, für den persönlichen Bodyguard des Politikers arbeitet und somit kein Missbrauch vorliegt.

Insgesamt bleibt unklar, wie die Maschinenpistolen aus Schweizer Produktion in den Ukraine-Krieg gelangt sind, und ob sie missbräuchlich eingesetzt wurden. Die Lieferungen erfolgten legal, aber die Kontrolle über den Verbleib der Waffen ist nach der Auslieferung eingeschränkt. Es bleibt abzuwarten, ob weitere Informationen zu diesem Vorfall ans Licht kommen und welche Konsequenzen daraus resultieren.

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